Aus Scherben werden Kunststücke – Glaskünstlerin Barbara Zehner begeistert Schüler für zerbrechlichen Werkstoff

Aus einem bunten Scherbenhaufen werden phantasievolle Bilder: Glaskünstlerin Barbara Zehner (stehend) gibt den Schülern

 

„Glück und Glas, wie leicht bricht das“ – sagt der Volksmund. Nun, zumindest was das Glas betrifft, können die Schülerinnen und
Schüler der achten Klasse an der Mittelschule Jandelsbrunn jetzt mitreden. In zwei Workshops mit der Glaskünstlerin Barbara
Zehner lernten die Jungs und Mädels, was man mit dem zerbrechlichen Material alles machen kann.

 

Mit dem Werkstoff Glas kamen sie bisher in der Schule noch nicht in Berührung und so waren sie sehr neugierig auf die Gestaltungsmöglichkeiten. Einen Haufen bunter Glasscherben und Glasplatten hatte die Künstlerin mitgebracht. An diesen Glasresten zeigte sie, wie Glas geschnitten und mit der Zange gebrochen wird. Bevor die jungen Künstler ans Werk gingen, erklärte sie ihnen die Regeln im Umgang mit dem Material und wies auch auf die Unfallgefahren hin.

Kreativität undhandwerkliches Geschick
Nach ihren eigenen Ideen konnten die Schüler schließlich Fensterbilder, Kreuze und allerlei fantasievolle Figuren gestalten. Dabei war neben Kreativität auch handwerkliches Geschick gefragt. Geometrische Formen und Glasbröseln wurden aufgeklebt und es entstanden tolle Werke. Jedes von ihnen ein Unikat. Sehr geschickt handhabten die Schüler Glasschneider und Zange und hatten schon bald die Angst vor den scharfkantigen Scherben überwunden. Nachdem alle ihre Kunstwerke fertiggestellt hatten, kamen sie in den 740 Grad Celsius heißen Brennofen, wo sie zu faszinierenden Objekten verschmolzen wurden.

Eine zweite Gruppe hatte im Nebenraum an den Graviergeräten Platz genommen, um Gläser und Spiegel mit Schrift und Emblemen zu verzieren. Es entstanden Bierseidel für den Papa, ein Glas mit dem Zündapp-Zeichen für den Eigengebrauch oder ein gravierter Spiegel für die Mama. Glaskünstlerin Zehner und auch die Klassenlehrerin Karin Späth waren überrascht und begeistert vom Einfallsreichtum der Kinder. Schön war auch zu beobachten, wie sich die kleinen Gruppen gegenseitig unterstützten und Ideen austauschten.

Organisiert wird die Aktion „Zukunft Glasgestaltung“ von der Kreisentwicklungsgesellschaft Arberland REGio GmbH und gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium, das mit dem ostbayerischen Projekt einen Zugang zu Glasberufen schaffen will. Projektpartner sind die Glasfachschule Zwiesel und das Glasmuseum Frauenau.

ZUR PERSON
Barbara Zehner – Die Glaskünstlerin ist Absolventin der Glasfachschule Zwiesel und ausgebildete Glasgraveurin und -schleiferin. Sie war in einer Glasmanufaktur in Buenos Aires, Argentinien, tätig und betreibt nun ein Glasatelier in Fürstenzell. Sie hat an der Hochschule für Angewandte Kunst in Prag studiert und an mehreren Glasblaskursen teilgenommen.
Glasgestaltung“ leitet sie im Auftrag der Arberland Regio GmbH, der Glasfachschule Zwiesel und des Glasmuseums Frauenau die Schülerworkshops sowie die Fortbildungen für Lehrkräfte.
− jsc

Arbeiten geschickt mit dem Gravierstift: Raphael, Angelina (vorne v.l.), Samuel und Stefan.