Internationale Glaskunstausstellung 2021 im Waldmuseum Zwiesel – Jubiläum 600 Jahre Glas

"Seaforms" von Michael Behrens. Foto: Marita Haller

"Seaforms" von Michael BehrensDie neue Glaskunstausstellung 2021 mit dem Titel „Achtung! Zerbrechlich! – Tradition im Wandel“ kann von 24.07.2021 bis 03.10.2021 im Kulturzentrum Waldmuseum in Zwiesel besichtigt werden.

In diesem Jahr kann die Stadt Zwiesel auch ein stolzes Glasjubiläum feiern: im Jahr 1421 wurde erstmals ein Glasschaffender aus dem Zwieseler Winkel urkundlich erwähnt.

63 Künstler aus 12 Ländern haben sich mit 130 hochwertigen Exponaten und Installationen für die diesjährige Glaskunstausstellung mit neuen Werken beworben. Etwa 20 der Künstler haben bisher noch nie in Zwiesel ausgestellt.

Mit der internationalen Glaskunstausstellung „Achtung! Zerbrechlich! – Tradition im Wandel“ werden die komplexen Glasmacher- bzw. Glasverarbeitungstechniken geehrt. Die Sonderschau zeigt ihre Weiterführung in die Zukunft mit Interpretationen aus Glas durch GlaskünstlerInnen aus traditionellen Glasgegenden Europas, wie beispielsweise Deutschland, Italien, Tschechien, Finnland, Schweden, Irland, England und Estland.

Zur Vorbereitung der Sonderausstellung „Achtung! Zerbrechlich!“ hat das Team um Elisabeth Vogl, Alice Rath und Alexandra Geyermann, intensive Forschungen zu den Glashüttenstandorten im Bayerisch-Böhmischen Waldgebirge durchgeführt. Dabei wurden alle bekannten Glashüttenstandorte anhand der vorhandenen, vor allem auch der neueren tschechischen Literatur überarbeitet und erstmals schriftlich formuliert. Grundlage für diese Forschungen ist das Jubiläum der Glasstadt Zwiesel im Jahr 2021, denn im Jahr 1421 wurde erstmals ein Glasschaffender aus dem Zwieseler Winkel urkundlich erwähnt. Die Ergebnisse aus dieser Forschung werden in einer interaktiven PC-Station abrufbar sein.

Mit dem Forschungsergebnis kam auch das erschreckende Sterben von Glashütten und den Glas verarbeitenden Betrieben zu Tage. Der Grundgedanke und das Anliegen für „Achtung! Zerbrechlich! – Tradition im Wandel“ ist es, die Techniken der Herstellung und Bearbeitung von Glas zu dokumentieren, bevor sie gänzlich aus unserem heutigen Vokabular verschwinden. Gerade in den vergangenen Jahren sind mit der Schließung von verschiedenen, wichtigen Glashütten, Studios und Glasgalerien bedeutsame Betriebsstätten verloren gegangen und Netzwerke für KünstlerInnen und Kunstinteressierte zerrissen worden. Diese Entwicklung ist in vollem Gange. Jeder Glaskünstler wird dazu aus seiner Sicht die Situation in seiner Heimat schildern. Die Ergebnisse und Objekte werden in einem Begleitband publiziert.

Museumspädagogisches Ziel des geplanten Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Achtung zerbrechlich!“ ist die Faszination für den Werkstoff Glas bei Groß und Klein zu wecken oder zu intensivieren. Zudem sollen Gelegenheiten zum Austausch und zu Gesprächen zwischen Interessierten, ehemaligen und aktiven Glasmachern und Glaskünstlern geschaffen werden.

Sollte es die Corona Situation zulassen, sind auch Vorträge, Workshops mit Kindern und Gesprächsrunden während der Ausstellung geplant.

Weitere Informationen erhalten Sie:
Kulturzentrum Waldmuseum Zwiesel
Kirchplatz 3, 94227 Zwiesel
Tel. 09922 5037-06
E-Mail: waldmuseum@zwiesel.de
Internet: www.glastage.zwiesel.de